Neu bearbeitet: 5. Auflage Online-Journalismus

Im Oktober 2020 ist die 5. Auflage von Gabriele Hooffackers „Online-Journalismus“ erschienen. Die Autorin hat den Lehrbuch-Klassiker komplett überarbeitet.

Das Herzstück, die Einordnung von Darstellungsformen und Formaten, wurde neu sortiert und um aktuelle Tipps aus der Praxis ergänzt. Aktualisiert wurden auch die Kapitel zur Navigation, insbesondere für mobile Endgeräte, zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie zum Texten von Teasern.

Neu ist das Kapitel „Partizipative Formen und Formate“. Es ersetzt das bisherige Kapitel der „kommunikativen Formen“ und stellt Möglichkeiten der User-Einbeziehung dar. Die neue Systematik geht von fünf Schichten der Publikumsinteraktion aus:

Schicht 1: Crowdsourcing bei Themenfindung und Recherche
Schicht 2: Add-on Reporting
Schicht 3: Redaktionell begleiteter Citizen-Journalismus
Schicht 4: Bloghouse – Platz fürs Publikum
Schicht 5: Redaktionell selbstständiger Citizen-Journalismus
Mehr dazu im Buch.

Als E-Book ist „Online-Journalismus“ für Studierende und Lehrende über die Hochschulbibliotheken kostenfrei zu beziehen. Im Handel kostet das E-Book 19,99 Euro, als Softcover 27,99 Euro.

Zur Webseite Online-Journalismus beim Verlag Springer VS

Zur Website mit ergänzenden Informationen zum Buch: www.onlinejournalismus.org

Journalismusausbildung: Konstruktiver Journalismus

Welche Ressourcen und Best-Practice-Beispiele aus Pädagogik, Journalismus und Journalismuslehre zum Umgang mit Flucht, Migration und Integration gibt es? Wie können Journalist*innen und Journalismusdozent*innen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen und Heranwachsende im souveränen Umgang mit diesen Themen unterstützen? Was kann das Konzept des „constructive journalism“ dazu beitragen?

Das JFF München und weitere Kooperationspartner, darunter HTWK Leipzig und Journalistenakademie, laden zur Transfertagung am 16. September ein. Die Tagung findet online statt. Vorgestellt werden die Ergebnisse aus zwei mehrjährigen Studien. In Workshops für Fachkräfte aus Pädagogik und Journalismus kann man Lehrmaterialien für Pädagogik und Journalismusausbildung ausprobieren.

Fragen aus der Jugendpädagogik, dem Journalismus und der Medienethik diskutieren

  • Prof. Dr. Carola Richter (Professorin für internationale Kommunikation an der FU Berlin mit Schwerpunkt u.a. Repräsentation von Migrant*innen und Muslim*innen in den Medien),
  • Dr. Nicole Rieber (Redakteurin von frieden-fragen.de und Projektmanagerin bei der Berghof Foundation mit Schwerpunkt Digitale Friedenspädagogik),
  • Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen (Professor für Journalistik und Leitung des Zentrums Flucht und Migration an der KU Eichstätt-Ingolstadt, sowie Leitung des Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg)),
  • Klaus Lutz (Pädagogische Leitung des Medienzentrums Parabol und Lehrbeauftragter an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg zum Thema Medien in der Sozialen Arbeit) .

Die Teilnahme ist kostenfrei. Hier geht’s zur Anmeldung beim JFF.

Walther von La Roche zum Geburtstag

Am heutigen 29. Februar 2020 würde Walther von La Roche seinen 21. Geburtstag feiern. Der Journalist, Journalismuslehrer und Herausgeber der Gelben Reihe „Journalistische Praxis“ La Roche (1936-2010) feierte in den meisten Jahren zweimal – am 28. Februar und am 1. März -, in den Schaltjahren dann den „richtigen“ Geburtstag. Nach dieser Zählung wurde er allerdings nur 18 Jahre alt. „La Roches Einführung in den praktischen Journalismus„, 1975 zum ersten Mal erschienen, liegt inzwischen in der 20. Auflage vor, auch als E-Book. Herzlichen Glückwunsch, lieber Walther!

Systematik

Darstellungsformen im Online-Journalismus

Onlinejournalistischen Content teilt diese Handbuch in zwei Kategorien ein: die interaktiven und die partizipativen Formen und Formate. Nutzer können online grundsätzlich zwei Dinge tun: erstens Vorgegebenes abrufen, das heißt: mit einem Server interagieren, zweitens mit anderen Nutzern sowie der Online-Redaktion interagieren. Der User interagiert beim Surfen durch Hypertext mit dem Server – deshalb sprechen wir von interaktiven Formen, die von Journalist/innen gestaltet werden. Als partizipativ sind dem gegenüber diejenigen Formen anzusehen, bei denen mindestens zwei Menschen sich über digitale Plattformen austauschen, vom Chat über Twitter bis zur Community.

Die interaktiven journalistischen Darstellungsformen teilen wir ein ein die informierenden, die kommentierenden und die Service-Formen. Darunter fallen beispielweise Chatbots.

Bei den partizipativen Formen und Formaten unterscheiden wir fünf Schichten der partizipativen Beteiligung:

Schicht 1: Crowdsourcing bei Themenfindung und Recherche
Schicht 2: Add-on Reporting
Schicht 3: Redaktionell begleiteter Citizen-Journalismus
Schicht 4: Bloghouse – Platz fürs Publikum
Schicht 5: Redaktionell selbstständiger Citizen-Journalismus
Mehr dazu im Buch.

Blogs oder Podcasts verstehe ich nicht als Darstellungsformen, sondern als digital definierte Formate, die mit journalistischen Inhalten gefüllt werden können.

Wer spricht denn da? Die „Textperson“

Die „Textperson“ ist das Übersetzungs-Werkzeug für Autorinnen und Autoren dokumentarischer Filme. Sie gibt dem Filmtext eine filmische Gestalt, die weit über den früher gewohnten „Kommentar zum Bild“ hinausreicht. Jetzt gibt es erstmals ein Buch in der Reihe Journalistische Praxis, das dieses Werkzeug vorstellt und zeigt, wie man es einsetzt.

Durch die Textperson gewinnen Autor/innen professionelle Distanz zu sich selbst und Nähe zum Publikum. Autor/Regie kann mit der Textperson die eigene erzählerische Haltung vielfältiger gestalten, als wenn man sich allein auf das eigene „Dabei-Gewesen-Sein“ stützen müsste. Die persönliche Authentizität kann durch die Authentizität und Plausibilität der Textperson wirksam werden, ohne dass man die Grenzen des eigenen Ich eingestehen müsste. Die Zuschauer/innen werden nur dem gehörten Filmtext begegnen; Autoren* können diese Chance kreativ nutzen.

Gregor Alexander Heussen ist Autor und Regisseur von dokumentarischen Filmen und Coach für Dokumentarische Dramaturgie und Filmtext. Er war Ausbildungstrainer beim NDR, BR, SWR, Deutsche Welle; und Coach für journalistische Redaktionen in Öffentlich-rechtlichen Fernsehhäusern. Bei der ARD-ZDF medienakademie, in der Filmakademie Ludwigsburg, der HFF München und der HTW Chur hat er als Dozent Kurse für Film-Abnahme, Filmtext und Dokumentarische Dramaturgie gegeben. Als Filmemacher hat er den Adolf Grimme-Preis und den Wilhelmine Lübke-Preis erhalten. Den „Erzählsatz“, die „Textperson“ und die „Roten Fäden“ hat er als dramaturgische Werkzeuge etabliert.

Beim Verlag Springer VS kann man das Buch als Softcover oder als E-Book bestellen.