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2.7 Sprechgliederung

 

Hörbeispiel 7 „Gliederung“ glocke

 

Paul:
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stiftAn welchen Stellen hat Mia Gliederungseinschnitte gesetzt: nach abgeschlossenen || oder nichtabgeschlossenen Sprecheinheiten |? 

stiftDurch welche sprecherischen Merkmale sind die Gliederungseinschnitte v.a. gekennzeichnet: Pausen P, Lautdehnungen D oder Melodiekontraste M?

 

Mias Sprechgliederung
00 Neustadt.||M+P
01 Bei  einem  Brand  ist  eine  71-jährige  Frau  ums Leben  gekommen.
02 Nach  Angaben  der  Polizei  wurde  sie  von  der Feuerwehr  tot  in  ihrer  Küche  gefunden.
03 Die  Wohnung  der  Toten  wurde  schwer beschädigt.
04 Über  die  Ursache  des  Brandes  teilte  die  Polizei  noch  nichts  mit.

 

Eine inhaltlich motivierte, sinnvermittelnde Sprechgliederung in abgeschlossene und nichtabgeschlossene Sprecheinheiten erleichtert den Hörer/inne/n das Verstehen der Radionachrichten. Ein wichtiges Mittel dazu sind Sprechpausen, die als hörbare Einschnitte den Sprechfluss unterteilen. Sprechpausen entstehen einerseits durch die Notwendigkeit des Einatmens beim Sprechen (Atempausen) und durch die Rhythmisierungsgewohnheiten im Deutschen. Andererseits werden sie von Nachrichtensprecher/inne/n eingesetzt, um gemäß der Mitteilungsabsicht abgeschlossene und nichtabgeschlossene Sprecheinheiten voneinander abzugrenzen. Zur Sprechgliederung tragen neben den Sprechpausen auch phonetische Kontraste zwischen den Sprecheinheiten bei, z.B.: Melodiekontraste (tief/hoch), Lautheitskontraste (laut/leise), Sprechspannungskontraste (gering/stark) oder Lautdauerkontraste (Dehnungen/Kürzungen).

Die Sprechgliederung orientiert sich zwar an den durch Satzzeichen markierten grammatischen Texteinheiten (z.B. Sätzen und Teilsätzen) und deren syntaktischer und inhaltlicher Struktur, aber sie muss nicht damit identisch sein. Entscheidend ist, dass ein/e Sprecher/in den Sinn einer Meldung verstanden hat und ihn den Hörer/inne/n mit einer klaren Sprechabsicht vermitteln will.

buch
Stock, Eberhard (1996a): Deutsche Intonation. Langenscheidt: Leipzig (Kapitel 5).
Bose, Ines (2001): Methoden der Sprechausdrucksbeschreibung am Beispiel kindlicher Spielkommunikation. In: Gesprächsforschung – Onlinezeitschrift zur verbalen Interaktion 2, 262-303. (www.gespraechsforschung-ozs.de).
Bose, Ines (2010): Stimmlich-artikulatorischer Ausdruck und Sprache. In: Deppermann, Arnulf / Linke, Angelika (Hg.): Sprache intermedial: Stimme und Schrift, Bild und Ton. de Gruyter: Berlin / New York, 29-68.

stiftWo sollte Mia die Meldung nach den Regeln sinnvermittelnden Vorlesens gliedern? In abgeschlossene || oder nichtabgeschlossene Sprecheinheiten |?

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Notizen

 


 


 


 


 


 


 


 

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